Damit Rollladen nicht einfrieren

Viele Benutzer von Rollladen kennen das Problem aus eigener Erfahrung: Bei sehr nasskalter Witterung kann es im Winter mitunter passieren, dass die Lamellen durch Verdunstung nachts zufrieren und sich nicht von der Fensterbank lösen. Das führt dazu, dass sich der Rollladen nicht wie gewohnt öffnen lässt und man unfreiwillig im Dunkeln sitzt. Falls dieses Problem auftritt, sollte man keinesfalls versuchen, den Rollladen mit Gewalteinsatz zu bewegen. Das kann besonders bei elektrisch betriebenen Modellen zu ernsthaften Beschädigungen des Sonnen- und Wetterschutzes führen.

Erste Hilfe bei zugefrorenen Rollladen

Die beste Erste-Hilfe-Maßnahme in einem solchen Fall ist das Öffnen der Fenster für ein paar Minuten. So kann warme Luft aus dem Innenraum nach außen gelangen. Das beseitigt das Eis meist rasch und die Rollladen lassen sich wieder problemlos bedienen. Warmes Wasser sollte man lieber nicht einsetzen, da der plötzliche Temperaturunterschied Risiken birgt. Ein vorsichtiges Klopfen der flachen Hand gegen den widerspenstigen Rollladen kann hingegen helfen. Das sollte aber immer sehr behutsam und ohne großen Krafteinsatz erfolgen. Den Motorantrieb sollte man vorsichtshalber ausschalten und nicht permanent laufen lassen. Der kräftige Motor könnte sonst den Rollpanzer beschädigen. Vor dieser Gefahr sind hochwertige Motoren übrigens gefeit. Ihre Steuerung erkennt selbständig Hindernisse und Blockierungen durch Festfrieren und schaltet sich in diesem Fall automatisch ab. Qualitätsmotoren und hochwertige Rollladen sind durch spezielle Schutzvorrichtungen vor Frostschäden geschützt.

Was Sie außerdem tun können:

  • Kontrollieren Sie bei nasskalter Witterung die Rollladen von außen, bevor Sie sie benutzen. So lassen sich Vereisungen am besten feststellen und vorsichtig abklopfen.
  • Bei Temperaturen unter dem Gefrierpunkt kann es sinnvoll sein, die morgendliche und abendliche Zeitsteuerung eines elektrisch betriebenen Rollladens auszuschalten und diesen manuell zu bedienen. Das gilt natürlich nicht für Steuersysteme mit Eisüberwachung.
  • Bitte denken Sie daran, dass sich Rollladen fast immer auch manuell steuern lassen. Sie können bei frostigen Temperaturen auf eine manuelle Bedienung umschalten, um den Wetterschutz kontrolliert zu öffnen und zu schließen.
  • Falls Sie „verdächtige“ Motorgeräusche hören, die darauf hinweisen, dass der Antrieb hörbar stärker arbeitet, oder sich die Drehzahl merklich verringert, sollten Sie bei einer manuellen Steuerung schnell die Stopp-Taste drücken. Kontrollieren Sie anschließend den Rollladen auf Vereisung.

Welche Fehler Sie vermeiden sollten

Wer überlegt, beim Herunterlassen des Rollladens einige Lüftungsschlitze zu belassen, damit Wärme von innen ein Festfrieren verhindert, sollte lieber die Finger davon lassen. Experten raten mit gutem Grund von dieser Vorgangsweise ab. Zum einen leidet natürlich der Wärmedämmungseffekt des Rollladens, wenn Schlitze bei frostigen Temperaturen offen bleiben. Zum anderen kann diese Methode sogar kontraproduktiv sein und das Festfrieren fördern. Die offenen Schlitze können bewirken, dass sich bei feucht-kalter Luft Nässe an der Rollladen-Innenseite niederschlägt und dort gefriert. Auch das Behandeln der Rollläden mit Fett ist keine Option. Wer Türgummifett aus Hirschtalg oder ähnlich Produkte einsetzt, wird zwar feststellen, dass der Rollladen prima aufgeht, doch diese Methode hat leider einen hohen Preis. Das Fett zieht Schmutz und Staub regelrecht an und bildet mit der Zeit eine klebrige Schicht, die die Beweglichkeit des Rollladens einschränkt. Das Entfernen dieser Fettschicht ist sehr mühsam und zeitaufwendig.